Frohe Weihnachten allen Mandanten – aber auch allen Gegnern!

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und das bedeutet für mich, auch bis zum 31.12.2016 für die Mandanten zur Verfügung zu stehen, denn häufig kommt es zum Jahresende noch zu arbeitsrechtlichen Problemen, die eine unverzügliche anwaltliche Hilfe erfordern.

Deshalb gibt es für mich seit Jahren keinen Urlaub “zwischen den Tagen”, wie es am Niederrhein heißt.
Das Jahr 2016 bot mir reichlich Gelegenheit, sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. Dabei war auch wieder die Betreuung einiger Unternehmen aus dem anglo-amerikanischen Raum und aus Großbritannien, die ein in vielen Punkten erheblich abweichendes Verständnis in arbeitsrechtlichen Fragen haben. Auch unsere niederländischen Nachbarn denken flexibler als der deutsche Gesetzgeber und stoßen deshalb nicht selten an Grenzen bei der Gestaltung ihrer Arbeitsverhältnisse. Dies alles auszuloten und praktikable und zufriedenstellende Lösungen zu erarbeiten, macht richtig Spaß.

Sorgen machen mir eher andere Entwicklungen, wie zum Beispiel die Arbeitsbedingungen, wie sie Ärzten zugemutet werden. Nun kann man argumentieren, dass das Problem, das Ärzte weit über jedes arbeitszeitrechtliche Maß beansprucht werden, nicht neu ist. Macht das die Sache besser?

Auch in anderen Unternehmen höre ich, dass eine Arbeitszeiterfassung unerwünscht ist, weil dadurch dokumentiert würde, dass Arbeitnehmer in einem gesetzlich nicht erlaubten Umfang tätig sind. Offiziell 35 Stunden in der Woche und tatsächlich wie viel?

Offenbar fehlt es dem Leitungspersonal an Verantwortungsbewusstsein und das rücksichtslose Durchsetzen wirtschaftlicher Interessen ist die eigentliche Prämisse. Wie derzeit die Vorstände von Großunternehmen geistig gestrickt sind, hat nicht nur der VW Abgasskandal gezeigt. In vorderster Reihe bei der Forderung von Bezügen und Boni und völlig unwissend und “nicht zuständig”, wenn es darum geht, Verantwortung zu tragen.

Die Krankenkassen, die so gerne Schuldzuweisungen verteilen, versäumen seit Jahren, eine Regelung zur Entlastung der Notfallambulanzen zu schaffen, obgleich schon längst bekannt ist, das diese Notfalleinrichtungen in hohem Maße von Patienten missbraucht werden, die sich damit den Weg zum niedergelassenen Arzt sparen.

Die Politik nimmt sich lediglich der Themen an, die ihr von Meinungsforschungsinstituten und Beratern als öffentlichkeitswirksam empfohlen werden und so bleibt nur uns, als im Arbeitsrecht tätigen Rechtsanwälten, an der Basis die übelsten Auswüchse zu bekämpfen.

Dazu bin ich auch im Jahre 2017 bereit, packen wir es an.